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Mode 10er Jahre

Die 10er Jahre waren eine sehr elegante Modedekade. Sie wurden besonders von dem französischen Modeschöpfer Paul Poiret beeinflusst.

Dieses Jahrzehnt der Mode wurde besonders durch den Humpelrock bestimmt. Er wurde von Paul Poiret entworfen und sorgte für viel Aufsehen. Der Rock fiel lose und gerade bis zu den Waden, war aber unterhalb der Knie, durch einen Saum, sehr eng. Der Schnitt war so beengend, dass die Trägerinnen Probleme beim Laufen hatten, und der Gang eher an ein „Trippeln“ erinnerte. Um ein Zerreißen des Kleidungsstücks zu verhindern banden einige Frauen ihre Beine mit Litzenband zusammen. Der Schöpfer des Humpelrocks kommentierte seine Modekreation scharf mit dem Satz "Ich habe die Büste aus der Gefangenschaft befreit, den Beinen jedoch Fesseln angelegt", welcher besonders bei Frauenrechtlern auf große Ablehnung stieß. In den 10er Jahren ging der Trend durch Poiret weg vom Korsett, doch wurden die Frauen nun in anderen Punkten beengt. Auch in der Mantelmode zeichnet sich dieser Stil ab. Mäntel waren nur eleganten Frauen vorbehalten und waren genau so eng geschnitten wie die Röcke dieser Zeit. Sie waren asymmetrisch und zweireihig geknöpft. Oft hatten die Mäntel Spitzenkragen und Manschetten.

Die 10er Jahre wurden durch den Empire-Stil Poirets dominiert, sodass im Allgemeinen die Mode dieses Jahrzehnts sehr durch ihn beeinflusst wurde. Die Kleider und Röcke mit einer Schleppe waren oft sehr schlank geschnitten und über ihnen wurden Tuniken getragen, welche aus Musselin, ein sehr transparenter Stoff, geschneidert waren. Oft wurden diese Kreationen mit aufwendigen Bordüren verziert. Die Mode dieser Zeit war durch Poiret von starken Farben gezeichnet, allerdings wurden diese in der Mode für jedermann nur abgeschwächt übernommen. So galten schwächere Farben eher als schick.

Ein weiterer Modetrend dieser Zeit waren Kleiderröcke. Sie waren an den Waden aufgebauscht und durch eine Blende verengt. Dieser Schnitt galt als schick, so urteilte die "Wiener Mode", war aber beim Gehen sehr unvorteilhaft.

Gern verwendete Stoffe für Kostüme waren Schantungseide, Voile, Leinen oder Foulard, welche sehr kühl waren. In dieser Dekade war es auch üblich Kostüme noch im Frühjahr oder Sommer zu tragen, daher wurde auf diese leichten Materialien gesetzt. Die Kostüme waren im Sommer verspielt romantisch und waren mit Spitze, Tüll oder Batist versehen. Gern gesehen waren auch Stickereien. Der Rock der zum Kostüm getragen wurde, war sehr eng und mit Bordüren verziert. Weit ausgestellte Röcke waren allgemein nicht gern gesehen.

Ein gern gesehenes Accessoire waren überladene, große Hüte. Sie waren ein Ausgleich zur sehr schmalen und engen Mode dieser Zeit. Es gab sie in den verschiedensten Formen und Farben. Sie waren beispielsweise sehr breit mit geschwungenen Rändern. Oft verwendete Verzierungen waren bunte Schleifen, Federn oder Girlanden. Da diese großen Modelle oft schwerlich auf dem Kopf zum Halten zu bringen waren, wurden Hutnadeln oder schmalere Unterhüte eingesetzt.